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Meldeadresse bei Umzug ins Wohnmobil

Freiheit im Wohnmobil

Freiheit im Wohnmobil

Wenn Du in Deutschland umziehst, hast Du die Pflicht, Dich innerhalb von 14 Tagen an Deinem neuen Wohnort anzumelden. Ein oder zweit Tage später macht auch nichts, aber dann sollte das erledigt sein. Auch wenn Du Dich entschließt in einem Wohnmobil zu leben, musst Du Deiner Meldepflicht nachkommen. Solltest du also vor haben in ein Wohnmobil zu ziehen und zum Beispiel länger deine Freiheit zu genießen, dann hast du eine der folgenden drei Möglichkeiten.

  • Anmeldung an neuer Adresse in Deutschland innerhalb 14 Tagen

  • Abmeldung aus Deutschland innerhalb von 14 Tagen

  • Meldung in Deutschland „ohne festen Wohnsitz“

Theoretisch wäre „ohne festen Wohnsitz“ die richtige Anmeldeform für Menschen die im Wohnmobil leben und reisen. Man bekommt dies auch ohne weiteres im Adressfeld des Personalausweises eingetragen. Die Meldung „ohne festen Wohnsitz“ bringt allerdings einiges an Problemen mit sich. Ohne festen Wohnsitz kannst Du im Nachhinein kein Wohnmobil in Deutschland zulassen und auch andere Rechte gehen dir mit dieser Form der Meldung verloren.

Ein Gewerbe in Deutschland anzumelden, um von unterwegs Geld zu verdienen, wird fast unmöglich. Es ist im Deutschland nicht vorgesehen, dass jemand ohne Obdach ein Unternehmen gründet.

Doch dies sind nicht alle Hürden, die Du damit zu nehmen hättest, denn Du manövrierst Du Dich mit der Meldung „ohne festen Wohnsitz“ in den Bereich einer stark ausgegrenzten Randgesellschaft. Du giltst damit offiziell als Obdachlos.

Auch wenn Du persönlich kein Problem mit Obdachlosigkeit hast, werden Dir bei vielen Dingen dadurch unnötig Steine in den Weg gelegt. Wenn irgendwie möglich, solltest Du also eine andere Form finden, Deiner Meldepflicht nachzukommen.

Meldeadresse bei Freunden

Das ist die einfachste Form für einen festen Wohnsitz. Wichtig ist immer das man seine Post an jeder Adresse erhält und damit zum Beispiel auf Schreiben reagieren kann. Es ist sehr wichtig das Du darauf achtest, immer per Post erreichbar zu sein.

Natürlich kann nicht von Dir verlangt werden, dass Du Dich ständig an Deiner Meldeadresse aufhältst. Du darfst also sehr wohl auch für längere Zeit in Deinem Camper oder anderswo unterwegs sein.

Hast du gute Freunde oder die Möglichkeit bei den Eltern angemeldet zu werden ist das perfekt. Falls nicht könntest du ein WG-Zimmer oder eine kleine Wohnung anmieten um dich dann dort anmelden zu können. Das kostet natürlich etwas Geld und oft lohnt es sich nicht eine Wohnung anzumieten und diese dann leer stehen zu lassen. Auch WG-Zimmer sind heutzutage leider nicht mehr preiswert zu bekommen. Alternativ kann man eine Adresse zur Anmeldung auch anmieten. Es gibt einige Anbieter von Meldeadressen im Internet.

Meldeadresse auf Campingplatz

Eine gute Möglichkeit besteht darin, Dich auf einem Campingplatz anzumelden. Wichtig ist, dass der betreffende Campingplatz eine Anmeldung als Hauptwohnsitz zulässt, bzw zulassen darf.

Er muss dafür nämlich ganz bestimmte und strenge Voraussetzungen erfüllen. Tut er dies nicht, bekommst Du keine Wohnungsgeberbescheinigung. Ohne diese Bescheinigung kannst du dich nicht anmelden.

Leider sehen die Deutschen Bundesländer Campingplätze mit Anmeldung als Hauptwohnsitz gar nicht gerne. Vor allem Nordrhein-Westfalen macht dagegen mobil. Einen geeigneten Platz zu finden, wird also in Zukunft leider ebenfalls eher schwieriger werden.

Solltest du den Wunsch haben auf einem der zahlreichen Campingplätze angemeldet zu werden, so braucht man Geduld. Da hilft eben nur Campingplätze anrufen und nach der Möglichkeit einer Anmeldung fragen.

Abmeldung aus Deutschland

Wenn du vor hast dich komplett aus Deutschland abzumelden, musst du das spätestens 14 Tage nach dem Auszug aus deiner Wohnung machen. Ein oder zweit Tage später ist das noch kein Problem, aber man sollte es nicht übertreiben. Nach deiner Abmeldung wird „Kein Hauptwohnsitz in Deutschland“ in deinen Ausweis und Reisepass eingetragen.

Übrigens gibt es einen großen Unterschied zu der Eintragung „ohne festen Wohnsitz“. Als „Obdachloser“ hast Du noch Anspruch auf gewisse soziale Leistungen, sofern Du wenigstens noch eine Postadresse vorweisen kannst. Eine Postadresse kann man zum Beispiel mieten.

Sobald Du Dich aber abmeldest, bist Du vom Deutschen Sozialsystem ausgeschlossen. Einzig Dein Anspruch auf bereits erwirtschaftete Rente bleibt bestehen. Die Abmeldung macht Dich also durch wegfallende Pflichten auf der einen Seite freier, auf der anderen Seite gibst Du auch viele, wertvolle Rechte auf.

Wohnmobil anmelden ohne Wohnsitz in Deutschland

Ein Wohnmobil anzumelden ohne Wohnsitz in Deutschland, galt lange Zeit als unmöglich. Die Zulassungsstelle selbst wird Dir unter Umständen diese Info geben, wenn Du nicht beharrlich bist.

Aber ein eher unbekannter Gesetzestext macht die Lage klar. Doch dieser Fall das man ohne Wohnsitz ein Wohnmobil anmelden möchte, kommt wohl einfach viel zu selten vor, als dass jeder Mitarbeiter mit dieser Vorgehensweise vertraut wäre. Die zunehmenden Möglichkeiten, überall auf der Welt leben und arbeiten zu können, werden jedoch diesen Fall in Zukunft normaler machen. Übrigens kann man sich, je nach zuständiger Zulassungsbehörde, das passende Formular für diese Dienstleistung sogar am eigenen Computer ausdrucken und gleich mit zur Anmeldung nehmen. Ein Wohnsitz ist normalerweise für die Zulassung deswegen so wichtig, weil Du als Halter eines Fahrzeuges jederzeit postalisch erreichbar sein musst. Zustellungen von Behörden wie Finanzamt, Polizei und Gericht, dürfen nicht ins Leere laufen, falls etwas passiert. Gerade das Thema Strafzettel und Blitzerfotos bezahlen ist für den Deutschen Staat sehr wichtig.

  • Für den späteren Postempfang einen Empfangsbevollmächtigten benennen

  • Formular ausfüllen und gemeinsam mit dem Bevollmächtigten zur Zulassungsstelle

  • Bei Bedarf auf § 46 Abs. 2 der Fahrzeugzulassungsverordnung verweisen

Die Behörden der unterschiedlichen Städte und Gemeinden, bieten inzwischen fast alle Formulare zum Download an. Schaue am besten auf die Webseite deiner zuständigen Zulassungsstelle oder erkundige dich dort telefonisch nach einem Formular für § 46 Abs. 2 der Fahrzeugzulassungsverordnung. Übrigens wird der Empfangsbevollmächtigte deines Vertrauens nicht der Halter des Fahrzeuges, sondern nur der Empfänger deiner zukünftigen Post rund um dein Wohnmobil. Er verpflichtet sich die behördliche Post an Dich weiterzugeben oder Dich von dem Vorgang in Kenntnis zu setzen, damit Du reagieren kannst. Es wird also allein die Zuständigkeit für briefliche Angelegenheiten auf den Empfangsberechtigen übertragen.

Zur Anmeldung Deines Wohnmobils gehst Du also mit Deiner empfangsbevollmächtigten Person zur Zulassungsstelle, die für den Wohnsitz dieser Person zuständig ist. Dabei sein muss das angesprochene Formular, die Ausweispapiere und natürlich eine Versicherungsnummer für das Fahrzeug. Also alles das was für eine ganz normale KFZ-Anmeldung notwendig ist. Ein Wohnmobil anmelden ohne Wohnsitz in Deutschland ist also nicht nur möglich, sondern auch noch relativ einfach.